Inklusion

In aller Kürze

Bildung ist ein Menschenrecht. Durch Inklusion wird dieses Menschenrecht im Rahmen des gemeinsamen Lernens von behinderten und nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft in der Stadt Oldenburg umgesetzt.

 

Grundsatz der Inklusion

„Allen Menschen soll von vornherein die Teilhabe an allen gesellschaftlichen Aktivitäten auf allen Ebenen und in vollem Umfang ermöglicht werden.“ (Praxishandbuch zur Inklusion an Oldenburger Schulen)

Ausgangspunkt

Im Jahr 2006 wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verabschiedet, die 2009 von Deutschland ratifiziert wurde. Die Konvention setzt sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung in allen Bereichen der Gesellschaft ein, so auch der gleichberechtigten Teilhabe an Bildung und Gemeinschaft (Inklusion).

Artikel 24 der UN-BRK

„Das Recht auf Bildung als Menschenrecht zu verwirklichen ist zentral für die Verwirklichung anderer Menschenrechte; dies trifft auch für das gemeinsame Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen zu.

Das Recht auf inklusive Bildung im Sinne der Konvention ist als individuelles Recht ausgestaltet. Dieses Recht setzt sowohl für den schrittweisen Aufbau eines inklusiven Bildungssystems als auch für den Zugang zu diesem Bildungssystem im Einzelfall verbindliche Maßstäbe. (…)

Es trifft auf alle Länder zu, dass weiterhin enorme Anstrengungen auf allen Handlungsebenen erforderlich sind, um die UN-Behindertenrechtskonvention mittel- und langfristig erfolgreich umzusetzen und überdies kurzfristig das individuelle Recht auf einen diskriminierungsfreien Zugang zu einem sinnvoll wohnortnahen Bildungsangebot an einer Regelschule praktisch einzulösen.“

Die Inklusion ist somit nicht der Ziel einer Entwicklung, sondern ein Mittel, um die Vision von gleichberechtigter Teilhabe aller Menschen zu verwirklichen.

Aktuelles

  • Inklusionsanteil an Oldenburger Schulen gestiegen

In der Januarsitzung des Schulausschusses wurde der Bericht zum Stand der Förderquote und der Inklusion mit Stand des Schuljahres 2014/15 vorgelegt. Der Inklusionsanteil im Primarbereich der Klassen 1 – 4 beträgt aktuell 54 % (entspricht 44 Schülern). Damit wurden die Zahlen aus dem Vorjahr gesteigert (37 % oder 26 Schülern).

Im Sekundarbereich liegen die Zahlen aktuell bei 57 % (entspricht 43 Schülern). Dies bedeutet ebenfalls eine Steigerung zum Vorjahr (42 % oder 41 Schülern). Die stark schwankenden Zahlen sind nicht zuletzt das Ergebnis der geringen absoluten Zahlen. Die Stadt sieht hier dennoch allgemein eine positive Entwicklung.

Siehe hier zu: http://buergerinfo.oldenburg.de/to0040.php?__ksinr=2239

  • Inklusionswoche 2015

Vom 04. bis 10. Mai 2015 findet die diesjährige Oldenburger Inklusionswoche statt. Sich begegnen und miteinander reden, um Unsicherheiten und Vorurteile abzubauen steht im Mittelpunkt des Programms das ab April auf der Internetseite der Stadt veröffentlich werden wird.

  • Praxishandbuch Inklusion Band 2 in Arbeit

In Zusammenarbeit mit der AG „Inklusion an Oldenburger Schulen“ wird Dr. Holger Lindemann voraussichtlich im Juli 2015 den zweiten Band des Praxishandbuchs Inklusion veröffentlichen. Dieser wird zunächst nur als Download verfügbar sein.

Inklusion an Schulen

Das niedersächsische Schulgesetz sieht vor, dass die Inklusion ab dem Beginn des Schuljahrs 2013/14 aufsteigend mit den neuen 1. Schuljahrgängen eingeführt wird. Für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf  in den Bereichen emotionale und soziale Entwicklung, Sprache, Sehen und Hören, körperliche und motorische Entwicklung und geistige Entwicklung haben die Eltern und Erziehungsberechtigten das Wahlrecht, ob sie ihr Kind auf einer Grund- oder einer Förderschule anmelden. Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen werden bereits seit dem Schuljahr 2013/14 verbindlich inklusiv an den Grundschulen beschult. Zum Schuljahr 2018/19 müssen dann alle Schulen in Niedersachsen verbindlich inklusiv arbeiten.

Für alle beteiligten Kinder, Eltern, Lehrer und Fachleute, wie auch für die Schulen und den Schulträger bedeutet die Umsetzung der Inklusion nicht nur die Annahme bestimmter Haltungen und Werte. Im Zuge der Inklusion sind:

  • die Information der Eltern und Erziehungsberechtigten,
  • die Fort- und Weiterbildung der Lehrer und der des pädagogischen Personals,
  • die Ausgestaltung der Unterstützungsangebote,
  • die Anpassung von materiellen und räumlichen Bedarfen,
  • die Gestaltung des Übergangs zwischen Kindertagesstätten und Grundschule und
  • die Umsetzung eines Ganztagesangebots

elementare Bestandteile einer Veränderung der gesamten Schullandschaft. Der Stadtelternrat begleitet diese Umwandlung, bei der es zwangsläufig zu Reibungspunkten und strittigen Fragen kommt. Wir beziehen in diesem Prozess zu inhaltlichen und werteorientierten Fragen ebenso Stellung wie zu Fragen der materiellen und personellen Ausstattung. Hierbei wirkt der Stadtelternrat über seine Vertreter in der AG „Inklusion an Oldenburger Schulen“ mit.

Internetseite der Stadt

http://www.oldenburg.de/microsites/inklusion.html

AG „Inklusion an Oldenburger Schulen“

Inklusion an Schulen http://www.oldenburg.de/microsites/inklusion/inklusion-in-schulen.html

Inklusion in Oldenburg

Wie die Stadt Oldenburg beschränkt auch der Stadtelternrat seine Forderung nach einer Inklusion an Oldenburger Schulen nicht auf Kinder mit Behinderung, sondern weitet sie auf ein gesellschaftliches Miteinander aus das in allen Bereichen von Respekt und Wertschätzung geprägt ist. Damit beziehen wir Kinder mit Migrationshintergrund ebenso ein wie Kinder mit einem anderweitig erschwerten Zugang zu einer chancengerechten Schulbildung.

Siehe hierzu den Kommunalen Aktionsplan:

http://www.oldenburg.de/microsites/inklusion/kommunaler-aktionsplan.html